Noch ein Mal: Erkenntnisse zum Hochwasserschutz von Halle.

In der Homepage:" Hallespektrum" kann man weitere interessante  Informationen zum Thema Hochwasserschutz nachlesen. 

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www.hallespektrum.de


Halle braucht ein integrales Hochwasserschutzsystem, das nicht nur aus dem Gimritzer Damm besteht. Es muss an den Talsperren in Thüringen beginnen, also länderübergreifend sein! 

Wir schreiben den 01.Juni 2013, und wieder einmal strömen Wassermassen großen Ausmaßes durch die Stadt. Die Peißnitz-Insel steht unter Wasser, die Pferderennbahn ebenso. Einzelne Straßen müssen gesperrt werden wie z.B. die Talstrasse.

Noch sind die Wassermassen durch städtische Bereiche beherrschbar, aber wie lange? Und das nächste Hochwasser kommt bestimmt!!

Sollte, nein, müsste die Stadt nicht Vorsorge für diese Fälle treffen?, natürlich gemeinsam mit dem Landesbetrieb für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft. Schon das Hochwasser 2002 zeigte die Risiken für unsere Tal-Stadt.

Sollen wir Gott ergeben weiterhin nichts gegen Überschwemmungen und Vernässungen tun?

Auch den östlichen Quartieren der Neustadt droht wegen des desolaten Hochwasser-dammes, dem Gimritzer Damm, bei höherem Hochwasser eine Überschwemmung. Die Meteorologie geht zukünftig häufiger von kleinräumigen aber äußerst kräftigen Niederschlagsgebieten aus, die wie augenblicklich in kleinem Maße abgeregnet sind.

 

Was wäre aus unserer Sicht möglich?

 

Eine Steuerung des Hochwassers über Ländergrenzen hinweg, quasi entlang eines Flusses mit seinen Regenwassereinzugsgebieten, könnte unter Nutzung vorhandener bzw. neu zu schaffender Stauvolumina und Polder die Risiken für Städte am Fluss stark reduzieren. Doch heute denkt jeder an sich selbst, auch die Bundesländer. Bestehen denn Staatsverträge zwischen den Ländern des jeweiligen Flusses, die ein abgestimmtes Handeln festlegen?

 

Wichtig zu wissen ist doch die Zeit, die die Bürger zur Sicherung ihres Eigentums hätten bis zum Überschreiten des Schaden bringenden Hochwasserstandes. Hier in Halle orientiert sich die Verwaltung an den Trotha-Unterpegel, der für die ehemalige Schifffahrt eingerichtet ist und nicht für ein Hochwasser-Management vorgesehen war. Wie wäre es denn mit einem Pegel der Stadt am Südrand der Stadt, nach Einmündung der Weißen Elster in die Saale, errichtet und betreut  vom Stadtwerkekonzern zum Management der Schaden verhindernden Maßnahmen der Stadt. Dann hätten betroffene Bürger im Klaustorviertel noch 6 bis 8 Stunden Zeit, denn solange braucht die Strömung von Beesen  bis zur Stadtschleuse.

 

Wie intensiv hat die Stadt die Ertüchtigung des schon erwähnten Gimritzer Dammes gegenüber der Landesregierung angemahnt? Hier scheint eine intensive Zusammenarbeit  zwischen Land und Stadt zwingend angezeigt, und diese möglichst schnell. Denn keiner kann voraussagen, wann das nächste sehr große Hochwasser die Neustadt bedroht.

 

Zudem sollten alle Hochbauten mittelfristig aus dem Hochwassergebiet der Stadt umgesetzt werden. Ein größerer Fließquerschnitt verringert den entstehenden Hochwasserpegel! Doch leider bestimmt  der Fließquerschnitt am Felsen des Giebichensteins die Wirksamkeit aller anderen Maßnahmen. Da fragt man sich, wie der dortige Querschnitt vergrößert werden könnte. Würde ein Stollen (in welchem Querschnitt) vom Amselgrund zur Saale in  Hafennähe die gewünschte Entlastung für die Stadt bringen? Auch das wäre zu prüfen!.

 

 

 

Dr.-Ing. Udo Schumann


Polderberechnung                                                                                                        Dr.-Ing. Udo Schumann

                                                                                                                                              

                                                                                                                                              Halle, 08.02.2018

 

Wie lange schützen die vom LHW geplanten Polder die Stadt Halle?

 

Die obere Verträglichkeitsgrenze für den Saaledurchfluss beträgt ca. 650 m³/s. Ein größeres Durchflussvolumen  führt zu erheblichen Schäden innerhalb der Stadt.

Der maximale Volumenstrom über mindestens 2 Tage während des Hochwassers 2013 betrug 1050 m³/s. Daraus leitet sich ab, dass mindestens 400 m³/s zu viel strömen, bzw. diese Menge in Poldern vor Halle aufgefangen werden müsste. Das sind 1,44 Mio m³/h.

Die geplanten Polder mit 12,3 Mio m³ und 14,4 Mio m³ Volumen könnten somit die Stadt Halle einige Stunden vor Überflutung bewahren:

Polder 1:                                                                             Polder 2:

                                                              

12 300 000m³                                                                   14 400 000 m³

------------------------     = 8,54 h                                     -----------------------      = 10 h

1 440 000 m³/ h                                                              1 440 000 m³/ h

 

Zusammengefasst lautet die Aussage:

 

Unter den Bedingungen von 2013 besteht ein Schutz vor totaler Überflutung der Stadt  von nur 19 Stunden,

 

also:         w e n i g e r    als     e i n e n       Tag!